Wutzig, Kreis Friedeberg

 

Im Buch: Die Neumark, Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Neumark Heft 3, 1926 werden im Beitrag:

Die Klassifikation von 1718/19 folgende Angaben gemacht:

 

Besitzer 1718: Kammerherr Christian von Brand    

 

               1715: derselbe, hält sich meist am königlichen Hofe auf. Gesamthand bei Lehen sein Bruder Kammerherr

                                  Ernst Ludwig von Brand zu Gralow (Kreis Landsberg) und seine Vettern

-                                 Wilhelm Christoph Friedrich

-                                 Friedrich Wilhelm

-                                 Otto Änilius

-                                 Christopf Friedrich

 

Bewohner:     Fischer, Tews, Bauer

                        Schultz, Martin, Bauer

                        Vößcke, Richard, Bauer

                        Frederich, Christian, Bauer

                        Bahr, Gottfried, Bauer

                        Curdt, Hans, Kossäth

                        Friederich, Michel, Kossäth

                        Pahl, Balthasar, Kossäth

                        Curth, Christian, Kossäth

                        Renge, Martin, Kossäth

                        Raabe, Christian, Kossäth

                        Curth, Samuel, Kossäth

                        Petzenick, Martin, Kossäth

                        (?), der Schmied

                        (?), der Hirt

 


Wissenswertes über Wutzig

Fotos und Text aufbereitet und zur Verfügung gestellt von Heinz-Ewo von Brand

 

Nach den alten Urkunden erfolgte die Belehnung des Gutes gleichzeitig mit der des Sees, "die Wutzig" genannt; seitdem gehörte der See, später "Hermsdorfer See" genannt, stets grundbuchamtlich zu Hermsdorf. Aus dem alten Seenamen "die Wutzig" ist ersichtlich, daß der See früher zu Wutzig gehörte. Der Name Wutzig wiederum soll von einem „Ritter Fromhold von Wutsik", der bereits 1299 - 1337 dort lebte stammen. (Siehe Auszug der genealogisch verwertbaren Nennungen von Personen und Familien in "Geschichte der Stadt Friedeberg in der Neumark und des Landes Friedeberg bis zum Jahre 1865" von C. Treu, ergänzt und bis zur Gegenwart vervollständigt von Dr. Paul Müller 2. Auflage, Friedeberg, 1909.  Tatsächlich zog sich die zweite Auflage über 20 Jahre bis 1927 hin, und in diesen 20 Jahren wurden Daten bis 1926 ergänzt.)

       

 

Herrenhaus Wutzig                                                                  Wutziger Kirche

                                                                                                                          (wurde nach 1945 durch Brandstiftung von Polen zerstört)

 

Wutzig war ein Dorf mittlerer Größe, mit eigener Schule einem großen Gut mit zugehöriger Schnaps Brennerei (Kartoffelschnaps) und einer Barock Kirche.

Der Name Wutzig wiederum soll von einem „Ritter Fromhold von Wutsik", der bereits 1299 - 1337 dort lebte stammen. (Siehe Auszug der genealogisch verwertbaren Nennungen von Personen und Familien in "Geschichte der Stadt Friedeberg in der Neumark und des Landes Friedeberg bis zum Jahre 1865" von C. Treu, ergänzt und bis zur Gegenwart vervollständigt von Dr. Paul Müller 2. Auflage, Friedeberg, 1909.  Tatsächlich zog sich die zweite Auflage über 20 Jahre bis 1927 hin, und in diesen 20 Jahren wurden Daten bis 1926 ergänzt.)

 

Den Bau des Wutziger Herrenhauses begann 1690/1691. Der siegreich heimkehrende Generalmajor Paul von Brand, der auf dem 2. Feldzug gegen die Türken vor Wien, innerhalb der Allianz das preußische Heer anführte, ließ durch seinen Wutziger Verwalter Jürgen Föske bereits im Winter 1690 / 91 Steine für das Fundament des neuen Hauses in Wutzig vom Acker sammeln.

Paul von Brand war von der orientalischen, verspielten Bauweise der zwiebelförmigen Ornamentierungen, selbst von Militärzelten bzw. deren Eingängen  des geschlagenen türkischen Heeres so positiv beeindruckt, daß er diese Form beim Bau des neuen Hauses in irgendeiner Form verwirklicht sehen wollte.

So entstand damals diese für die Gegend ungewöhnliche Formung der hinteren Tür zum Park und der beiden daneben befindlichen Fenster. (Aus gleichem Grunde wurden zu der Zeit im gesamten Süddeutschen Raum die meisten Kirchturmspitzen auch mit einer zwiebelförmigen Haube versehen.)

Das Herrenhaus war 1945 noch völlig unversehrt. Nach 1945 hätten die Schäden des Vandalismus an dem Herrenhaus ohne all zu großen Aufwand restauriert werden können. Heute hingegen ist das Gebäude, bedingt durch mutwillige Zerstörung, nur noch eine Ruine.

 

Am 24.Januar 1645 kaufte der spätere Kanzler der Neumark, Christian von Brand auf Hermsdorf, sein Nachbargut Wutzig, nachdem schon im Jahre 1627 sein gleichnamiger Vetter Friedrich für einige Jahre das Pfandrecht auf den Ländereien Wutzigs inne hatte. Seitdem war das Gut bis 1945 ohne Unterbrechung Eigentum der Familie von Brand. Letzter Besitzer war 1945 Heinz-Adolf von Brand.

 

Der Gutsbetrieb war nach 1945 bis ca. 1993  als Kolchosen Betrieb tätig. Danach wurde das Land an Kleinbauern verpachtet und der Hof aufgegeben (dem Verfall preisgegeben).

 

Dorfansicht Wutzig (von Norden gesehen)


Aus dem: Güter-Adressbuch der Provinz Brandenburg Paul Niekammer, Stettin 1907

 

Besitzer:        Georg von Brand, Leutnant

Pächter:

Verwalter:     Ferdinand Jennerich

Industrie:       Brennerei, Stärkefabrik, Dampfmolkerei, Mühle

 

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