Lauchstädt, Kreis Friedeberg

 

 

Fotos: Alan Jamieson mailto:alanjam@senet.com.au    

 

Im Buch: Die Neumark, Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Neumark Heft 3, 1926 werden im Beitrag:

Die Klassifikation von 1718/19 folgende Angaben gemacht:

 

Besitzer 1718: 1. General-Leutnant von Bornstädt

                        2. die Witwe des Oberst von Bornstädt       

 

             1715:  General-Leutnant von Bornstädt in Magdeburg hat die eine Hälfte,

                        die andere ist von Brandsches Lehen

 

Bewohner:     Herrmann, Christian, Bauer

                        Wehrtcke, Paul, Bauer

                        Rohleder, Michel, Bauer

                        Schmidt, Balthasar, Bauer

                        Sender, Martin, Bauer

                        Rohleder, Hans, Bauer

                        Winterhack, Samuel, Bauer

                        Breuer, Martin, Bauer

                        Breuer, Hans, Bauer

                        Quast, Christian, Bauer

                        Jäcke, Peter, Kossäth

                        Brandt, Christoph, Kossäth

                        Hohnfeldt, Jürgen, Kossäth

                        Hohenfeldt, Hans, Kossäth

                        Bohncke, Christian, Kossäth

                        Jäcke, Christian, Kossäth

                        Kayser, Christian, Kossäth

                        Schmidt, Michel, Kossäth

                        Jäcke sen., Peter, Kossäth

                        Pötter, Peter, Kossäth

   


Wissenswertes über Lauchstädt

Fotos und Text aufbereitet und zur Verfügung gestellt von Heinz-Ewo von Brand

 

Schloß Lauchstädt                               Kirche Lauchstädt                                                                                                                                            

 

Lauchstädt war ein relativ großes Dorf, welches an der viele hundert Jahre alten Durchgangsstraße von Berlin nach St. Petersburg lag. Napoleon ist auf dieser Straße Richtung Osten gezogen, und sowohl die Preußischen Könige, wie auch das russische Zarenpaar  blieben auf ihren Reisen zwischen Ost und West oftmals als Gast in Lauchstädt. Das Gut erwarb die Familie von Brand zur Hälfte um 1610 und die 2. Hälfte 1775

 

 

Das Schloß:

Das Lauchstädter Schloß wurde ca.1848 durch Adolf von Brand erbaut. Der Baustil entsprach dem damaligen Zeitgeist und wurden deshalb im englischen Stil errichtet. Das Gebäude sollte eine bestimmte Größe haben und repräsentativ sein.

Die Forderung der Größe und der Repräsentativität entsprach der eigenen Überzeugung und Forderung, dem preußischen König, der regelmäßig auf der Fahrt von Königsberg nach Potsdam oder umgedreht reiste und dabei stets als Gast bei den v. Brands in Lauchstädt einkehrte und übernachtete, eine entsprechende Herberge bieten zu können.  Das gleiche trifft z.B. auch auf den russischen Zaren zu, der auf seinen Reisen nach Preußen in Lauchstädt bei den v.Brands nächtigte.

Die Anforderung nach einer verkehrsgünstigen Lage bezieht sich ebenfalls auf die Reiseroute, lag das Schloß doch unmittelbar (nur ca.100 m entfernt) an der alten Reichsstraße 1, die im heutigen Deutschland immer noch Bundesstraße 1 heißt und von Aachen über Berlin, Küstrin und Landsberg und weiter bis nach Königsberg in Ostpreußen führte.

Der Turm des Schlosses hatte neben den architektonischen Belangen ebenfalls eine  Art strategische Bedeutung, konnte doch durch einen Posten auf dem Turm der angekündigte König mit seinen Stäben in relativ weiter Entfernung rechtzeitig ausgemacht und somit die genaue Ankunft im Hause festgestellt und der Empfang entsprechend vorbereitet werden.

Das Schloß hatte eine Gesamtfläche (alle Stockwerke) von ca. 4500 qm. Der Turm hatte ursprünglich eine Höhe von ca. 30 m, die aber um den Bereich des geschlossenen Turmzimmers oben,  später gekürzt wurde. Die Kürzung war um die Jahrhundertwende (1900) aufgrund von sonst sehr aufwendigen Restaurierungsarbeiten  notwendig geworden. Das Gebäude hatte in der Draufsicht ein „U“- Profil, mit einer Länge des Hauses von 50 m und einer Breite der beiden Flügel von 36 m. Die Höhe des Eßzimmers mit der darin befindlichen Kuppel war 9 m und reichte noch durch das darüber gelegene Stockwerk.

Das Schloß war auf den Grundmauern einer ehemaligen Burg errichtet worden. Es wurde 1945 durch Soldaten der Sowjetischen Armee völlig zerstört.

 

Kirche:

Unweit hinter dem Hofeingang vom Gut Lauchstädt, stand in Richtung Osten (Richtung Woldenberg) auf der höchsten Erhebung des Dorfes die im neugotischen Stiel gehaltene Kirche. Um die Jahrhundertwende (1900) war sie aus eigenen Feld - und Ziegelsteinen erbaut worden.

Bei besonderen Feierlichkeiten zierte den Altarraum ein großer Teppich, der von den 4 Schwestern des Gutsbesitzers Adolf von Brand (Katharina, Margarete, Christophora, Irmgard) der Kirche zur Einweihung gestiftet worden war. In den 4 Ecken befanden sich die selbst gestickten Initialen der Stifterinnen.

Lauchstädt bildete mit Dolgen und Schlanow ein großes Kirchspiel, dessen Pfarrer in Lauchstädt wohnte. Das Patronat  hatte bis zu seinem Tode (1945) Adolf v. Brand inne.

 

Episode:

Eine kleine bereits zur Sage gewordene Episode aus Lauchstädt wurde anläßlich des heimatkundlichen Unterrichtes in allen Schulen des Kreises Friedeberg / Nm erzählt. Danach soll Friedrich der Große (es ist leider nicht ganz eindeutig, ob es sich bei dieser Begebenheit um Friedrich d. Großen oder dessen Vater Friedrich Wilhelm I. handelte) anläßlich einer Besichtigungsreise  durch das von ihm urbar gemachte Netzebruch in Lauchstädt gerade an dem Tag Quartier genommen habe, als dort ein Sohn geboren wurde.

Der stolze Vater Herr von Brand soll dabei die Gelegenheit  wahrgenommen haben, seinen Landesfürsten als Paten für seinen Sohn zu bitten. Wohlwollend nahm der König diese Ehre an und fragte nach einem passenden Patengeschenk, worauf der Vater ebenso schnell erwiderte, man möge ihm doch den an sein Land grenzenden „Paddenpfuhl“ schenken. Selbstverständlich willigte der Monarch ein. Als er gelegentlich eines weiteren Besuches den Wunsch äußerte, man möge ihm doch einmal den „Paddenpfuhl“ zeigen, fuhr Herr v. Brand seinen König um den ganzen Hermsdorfer See. Erstaunt ob der Größe des Gewässers soll daraufhin der König seinem Gastgeber einen leichten Backenstreich gegeben und dazu gemeint haben, daß damit die Dreistigkeit, seinen König über das Ohr gehauen zu haben, bestraft worden sei; er selber aber wolle sich merken, niemals wieder etwas zu verschenken, ohne es vorher gesehen zu haben.

 


Aus dem: Güter-Adressbuch der Provinz Brandenburg Paul Niekammer, Stettin 1907

 

Besitzer:        Dr. Adolf von Brand

Pächter:

Verwalter:     Karl Lauenstein

Industrie:       Brennerei, Ziegelei

 

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