Herkunft des Namen Bahls

 

   

 

Wappen der Familie Bahls

(aus: Siebmachers „Großen und allgemeinen Wappenbuch“ Bürgerlicher Geschlechter, 

5. Band, Teil 8, Tafel 21)

in G. ein von drei (2, 1) r. Sternen begleitetes r. Schildchen, darin g. Stern. Helm: g. Stern zwischen zwei Hörnern. Decken und Wulst: r. g.

 

Laut Deutschem Namenslexikon von Hans Bahlow beruht der Name Bahls auf Bole, Boleke, Bolemann und gilt als beliebte Kurzform zu Boldewin (Baldewin).

Urkundlich erwähnt wird:

Jacob Boleke (Baleke) 1568 bei Bukow/Mecklenburg

Bahlsen beruht auf  Balehusen, einem Synonym für Siedlungen an Sumpf- und Moorgewässern (bal = Sumpf).

Baltzer, Balzer, Balser, Balz und Bälzle sind volkstümliche Ausdrücke für Bathasar

Urkundlich erwähnt sind:

Baltzer Hartusch 1455 Dresden

Baltzer Brusewitz 18. Jahrhundert Pommern

 

Der Name Bahls wird im „Altdeutschen Namenbuch“ (Nordhausen 1856) hergeleitet vom Wortstamm bald, dessen Bedeutung dem heutigen „kühn“, „wacker“ entspricht.

Seit dem 5. Jahrhundert findet sich dieser Stamm in zahlreichen Namen wie Baltze, Baltz, Baalß und Bahls. In alten Urkunden wird der Name häufig Balitz geschrieben. In der Nähe von Gützkow in Vorpommern hat es ehemals einen Ort Bahlitz gegeben, der seit 1814 den Namen Glödenhof führt.

Das Wort Balitz, früher auch Bobalitz geschrieben, wird aus den slawischen Worten bob (Bohne) oder bobyl (Bauer ohne Land) hergeleitet. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass eine Familie Bahls in Balitz ansässig war.

Eine feststehende Schreibweise des Namen gab es bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts nicht. Man findet solche Schreibarten wie: Balize, Balitz, Baltze, Bales, Balß, Balßen, Balsen, Bahls und Bahlsen.

Das Geschlecht der Bahls hat ein eigenes Wappen, über dessen Ursprung nichts Näheres bekannt ist.

Das älteste bekannte Vorkommen des Namens Bahls auf einer Urkunde ist vom Jahre 1322 datiert. (Zusammengestellte Forschungen; Stand 1913 von Georg-Friedrich Bahls)

 

Geschichte der Familie Bahls

 

Als Stammvater der Familie Bahls muß der Ritter Johannes de Balisen angesehen werden, der um 1230 in Mecklenburg auf seinem Gute "Balisen" wohnte (heute Bleese bei Lützow). Aus Nachlassungen geht hervor, dass die Familie nicht zu den Wohlhabenden seines Standes gehörte. Während die Zahl der überlieferten Urkunden mehr und mehr zunimmt, findet sich der Name nirgends mehr. Daraus kann man mit großer Wahrscheinlichkeit schließen, dass die Familie aus dem pommerschen Adel ausgeschieden ist. Es tauchen um dieselbe Zeit die ersten Nachrichten über eine bäuerliche Familie Balitz auf. Die Stammesunterschiede zwischen dem niederen Adel und dem Bauernstande waren in früheren Zeiten nicht so groß. Ein Bericht aus dem 16. Jahrhundert besagt, dass die „pawren sich als frey erachten und dem gemeynen adel nicht nachgeben wollen“, und dass „offte ein armer edelmann einem reichen pawren seine tochter gibt“. Nach Ansicht von Kennern Alt-Pommerns ist es nicht selten vorgekommen, dass verarmte adelige Geschlechter zu Bauern wurden.  

In Pommern taucht die Familie Bahls zum ersten Mal urkundlich im Jahre 1322 auf. Sie besitzt in Vorpommern zwei Lehen: Treuen bei Sassen und Nielitz bei Gülzow. Treuen war verpachtet. In Nielitz wohnte die Familie bis gegen 1640/50 herum, bis sie gänzlich verarmte und dem Pommernherzog nicht mehr einmal ein Pferd alljährlich stellen konnte. Im dreißigjährigen Kriege wanderte die Familie Bahls von Nielitz aus, gab ihren Adelstitel auf und ließ sich als Vollbauernfamilie in Neuendorf bei Grimmen nieder. Um 1637 wohnte hier ein Chim Balitz, der infolge der allgemeinen Verarmung der Kapelle Neuendorf in den Jahren 1637-1648 die Abgaben schuldig blieb. Sein Name wird in der Matrikel von 1648 erwähnt, dessen Original im Pfarrarchiv zu Groß Bisdorf liegt. Sein Sohn Jochim ist wieder Vollbauer und Kapellenvorsteher in Neuendorf. Er ist um das Jahr 1630 geboren und um 1707 in Neuendorf gestorben. Von ihm berichtet das Neuendorfer Kapellenregister aus dem Schwedisch-Brandenburgischen Krieg, in welchem Neuendorf gänzlich zerstört wurde und nur zwei Bauernfamilien übrig blieben. Es waren dies die Bauernfamilien Chim Balitz mit seinen beiden Söhnen Jochim und Hand, von denen Jochim den väterlichen Hof übernimmt, und die Bauernfamilie Bräsel. Hans scheint in eine andere Kirchengemeinde übergesiedelt zu sein, da er gänzlich aus dieser Gegend verschwindet.

Jochim Balitz gehört zu denen, die trotz der Kriegszeiten ihrem väterlichen Grund und Boden treu geblieben sind und ausgeharrt haben. Er wird Kapellenvorsteher und nimmt die Kapellenkasse in Verwahrung. Im Jahre 1693 tritt er seinen Hof an den ältesten Sohn Clas ab, behält aber noch das Ehrenamt des Kapellenvorstehers bis zu seinem Tode.

Clas Balitz, der um 1660 geboren und 1730 gestorben ist, wird ebenfalls Kapellenvorsteher wie sein Vater und überträgt seinen Hof im Jahre 1721 seinem Sohn Martin, von dem wahrscheinlich keine Kinder stammen. Der andere Sohn Jochim oder Jochem Bahls ist nicht nur Vorsteher der Kapelle Neuendorf, sondern auch der Bisdorfer Kirche. Er ist um 1689 geboren und am 07.08.1757 gestorben. er heiratete wahrscheinlich am 01.11.1713 eine in Neukalen/Mecklenburg geborene Dorothea Stielen (Stielow), geb. 1692, gest. am 22.03.1762.

Das Wappen der Familie Bahls ist trotz der Armut der Familie nicht aufgegeben worden. Im Buch des "Alten Pommernlandes" verfaßt von Johannes Micraelius aus dem Jahre 1693 wird die Familie Bahls immer noch zu den Adelsfamilien Pommerns gezählt. In den späteren Jahren wird der Adel aber nicht mehr erwähnt. Die letzte Adelsaufzeichnung scheint die in dem Groß Bisdorfer ersten Taufregister zu sein, in dem sich im Jahre 1718 noch eine Eintragung befindet, nach welcher einem gewissen Herrn von Bahls ein Sohn Henning geboren wurde.

(unwesentlich geänderte und ergänzte Abschrift eines Artikels von H.König, erweitert um Angaben, die mir am 12.09.2000 Herr Ewald Bahls aus Klein Bisdorf übergeben hat. Es soll sich dabei um Ausarbeitungen des damaligen Pfarrers von etwa 1930 handeln)

 

Erläuterung aus dem o.g. Wappenbuch, Ausgabe1909 (Originalexemplar in der Universitätsbibliothek Greifswald):

Bahls, neuvorpommersches Geschlecht. Chim Bahls (Balitz) in einer von der Königin Christine unterzeichneten Kirchen-Urkunde von 1648 in Neuendorf erwähnt. Jochim Bahls, geb. 1689 in Neuendorf, verpflanzt die Familie nach Candelin. Dessen Enkel Jochim Christoph Bahls 1759-1808 Schulze zu Candelin, Abgeordneter des schwedischen Landtages in Greifswald 1805. Friedrich Bahls 1817-77 Gutsbesitzer auf Langenhanshagen. Häupter der jetzt blühenden Linien:

Otto Bahls, geb. 1851, Hauptmann a.D. in Karlruhe i.B. und Robert Bahls, Kaufmann in Stettin (geb. 1853). 

 

Im Bürgerbuch der Stadt Grimmen erscheinen:

 

24.11.1758: Martin Baals, Tischler

 

Konfirmationen in Levenhagen

Grabsteine in Groß Bisdorf

Bahls-Familien und ihre Kinder

Suederholz area Help to locate the places of origin for english speaking Bahls descendants (official site)

 

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